Sitzen ist für ‘n Arsch

Dass zumeist das Nicht-Laufen-Können das geringste Problem eines Rollstuhlfahrers ist, hätte ich vor meiner Rollstuhlfahrerkarriere nicht ansatzweise geglaubt. Welch wichtige Rolle aber das geeignete Sitzkissen, sowie die richtige Positionierung spielen, war mir absolut nicht bewusst. Zwar wusste ich durch mein medizinisches Interesse und die begonnene Krankenpflegeausbildung wie schnell sich Dekubiti entwickeln und dass man diesen sofort vorbeugen sollte – und nicht erst, wenn es schon Rötungen gibt. Aber da weder ich auf einen Rollstuhl angewiesen war, noch jemand in meinem direkten Umfeld, machte ich mir darüber absolut keine Gedanken. Warum auch?

Nun, mittlerweile hat sich das Leben geändert und ich habe in meinen gut 2 ½ Jahren im Rollstuhl mehr über Druckstellenvermeidung und diverse Sitzkissen gelernt, als ich mir jemals erträumt hätte. Geschweige denn wäre ich jemals davon ausgegangen, dass es doch so gravierende Unterschiede gibt und leider, leider sehr viele Rollstuhlfahrer, die tagtäglich Stunden lang auf ihrem letzten bisschen Sitzfleisch verbringen, viel zu wenig darüber aufgeklärt werden.

Als Fußgänger steht man einfach auf, wenn man zu lange gesessen hat und einem der Po wehtut. Ich kann mich noch gut an die langen Autofahrten in den Urlaub erinnern, als wir als Kinder immer auf der Rückbank irgendwann rumgeheult haben, dass wir mal aufstehen wollen, weil uns unser Hinterteil so wehtut. Dann hielt man eben an der nächsten Raststätte an und wir sind mal eine halbe Stunde rumgelaufen und herumgesprungen und dann war es wieder besser. Tja, das geht nun so nicht mehr. Wenn mir jetzt mein Gesäß wehtut, dann bleibt mir nur eine Möglichkeit, und zwar mich bäuchlings irgendwo hinzulegen. Ist jetzt aber, z.B. auf einer Urlaubsreise, gar nicht mal so einfach.

Und nur, weil man beispielsweise querschnittgelähmt ist, heißt das noch lange nicht, dass man gar nichts mehr spürt. Das mit dem Spüren ist genauso vielfältig, wie es unterschiedliche Menschen gibt. Der Eine spürt absolut nichts mehr, der Andere spürt praktischerweise noch alles und der Nächste spürt immer Schmerzen, obwohl er nur kurz sitzt und auch keine Druckstellen hat. Und genauso viel Auswahl gibt es auch bei den verschiedenen Sitzkissen. Vom Gel-, über das Schaumstoffkissen, bis hin zu einem Kissen mit gefüllten Luftkammern. Vom Kissen für eher aktive Menschen, einem mit anatomischer Beinführung, oder einem mit Inkontinenzbezug. Die Auswahl ist so groß, dass es diesen Rahmen sprengen würde, alle unterschiedlichen Möglichkeiten aufzuzählen und genau da liegt das Problem. Die heutigen Möglichkeiten sind so groß, dass viele Händler absolut überfordert damit sind, den Kunden im vollen Umfang zu beraten. Stattdessen treffen viele eine Vorauswahl und präsentieren diese dann. Dazu kommt die Tatsache, dass sich sowohl Rollstuhlneulinge, als leider auch viele Alteingesessenen, nicht hundertprozentig auskennen und stattdessen blindlings vertrauen. Wäre ich in einer großen Rehaklinik gewesen, wäre mir das sicher nicht passiert. Ich war aber stattdessen beim heimischen Sanitätshaus, was an sich nicht schlecht ist, sich aber leider weder mit der Anpassung von Aktivrollstühlen auskennt, noch mit anderen Dingen, bei denen es nicht um Pflege, Gesundheitsschuhe, Rollatoren oder Inkontinenzeinlagen geht. Ist der größte Kundenstamm doch mehrheitlich über 60 Jahre und bedarf anderer Hilfsmittel. So war ich wahrscheinlich auch eine der ersten Kundinnen, die ein Anti-Dekubitus-Kissen erstehen wollte. Damals dachte ich, sie seien gut ausgestattet, denn sie hatten einen Ständer im Laden stehen, auf dem genau drei verschiedene Jay-Kissen auslagen. Der Fachmann hatte die Anpassung des Sitzkissens auch mit einer Frage geklärt: „Sind Sie eher eine aktive Fahrerin, oder sitzen Sie auch oft einfach lange auf der gleichen Stelle?“. Tja also ich bin sehr aktiv, aber sitze in der Uni einfach immer nur so rum. Okay, damit durfte ich mich einmal auf das Jay-Easy-Visco-Kissen setzen und die Sache war entschieden. Witzig, so ohne Vergleichsmöglichkeiten. Und dann immer diese Frage: „Und wie sitzt es sich darauf? Wie fühlt sich das an?“. Nochmal zum Mitschreiben: Ich habe einen Querschnitt und nein, ich fühle unterhalb dessen nichts mehr. Also kann ich auch nicht ad hoc sagen, wie es sich auf diesem Kissen anfühlt, weil mein Hinterteil das mit mir nicht kommuniziert. Aber egal wie oft ich das sage, anscheinend verstehen sehr viele medizinische Fachangestellten das nicht (manchmal frage ich mich, was die so in ihrer Ausbildung oder in der Praxis darüber lernen). Nun, um zurück zu meinem Kissen-Dilemma zu kommen, wusste ich damals auch noch nicht, dass ich das Kissen durchaus hätte mit nach Hause nehmen können, um es dort für ca. eine Woche Probe zu sitzen – denn so kann auch ich dann irgendwann beurteilen, wie ich darauf sitze. Nur eben nicht mehr mit Draufsetzen und fertig. Ich muss einfach schauen, wie mein Körper darauf reagiert und das dauert eine Weile. Naja, woher hätte ich all das damals auch wissen sollen. Also nahm ich dieses Kissen und musste prompt noch einen atmungsaktiven Bezug nachbestellen. Denn dieses Kissen gibt es erstmal nur mit einem Inkontinenzbezug, der aber logischerweise so atmungsaktiv wie eine Plastikfolie ist und nur noch mehr dazu führt, dass es irgendwann leicht feucht wird und damit das optimale Milieu für einen Dekubitus geschaffen wird. Denn auch wenn ich am Po nicht mehr schwitze (das einzig Praktische am Querschnitt), wird es im Sommer bei 35° Grad Celsius doch irgendwann warm und das ist nicht so toll. Damals wusste ich aber auch nicht, dass eben ein Gelkissen, wie meins eins war, nicht unbedingt für mich geeignet gewesen wäre, aber dazu besaß ich zu wenig Vorwissen und der nette Mann leider ebenso. Also nahm ich das gute Kissen und hatte dann das Problem, dass bei meinem alten Stuhl nun die Rückenlehne etwas zu tief war. Weil bei der Anpassung eben nicht berücksichtigt worden war, dass ich evtl. mal ein Kissen mit 6cm Höhe besitzen würde. Außerdem war das Kissen vorne so geformt, dass es eine anatomische Beinführung hatte. Wozu die gut ist, war mir schon klar, aber eigentlich brauchte ich sie nicht. Der Mann vom Sanitätshaus redete mir ins Gewissen, dass das schon nützlich sei und ich merkte erst zu spät, wie unpraktisch es wirklich war. Denn durch die Beinführung fielen meine Beine jetzt immer nach außen, was wiederum dazu führte, dass ich keine Kleider und Röcke mehr anziehen konnte, weil ich Jedermann einen Einblick unter meinen Rock gewähren würde. Also klebten wir provisorisch zwei kleine Keile an beiden Seiten unter das Kissen, damit ich nicht mehr ganz so breitbeinig durch die Gegend fahren musste. Nun ja, vielleicht gehört das dazu, vielleicht musste ich da durch, um meinen jetzigen Stuhl und mein neues Kissen wirklich wertschätzen zu können.

Auf meinem alten Jay-Easy-Visco saß ich nun also über 2 ½ Jahre und das für gewöhnlich mehr als 12 Stunden täglich. Da kann man sich vorstellen, dass das Kissen mittlerweile ziemlich hinüber und abgenutzt ist. Nicht nur der Bezug, sondern auch das Kissen an sich. Also war klar, dass ein neues hermusste und zwar diesmal ein besseres. Denn wirklich gut hatte ich darauf nicht gesessen. Ich gehöre zu der Gruppe Rollifahrer, denen der Po auch dann wehtut, wenn sie weder einen Deku, noch lange gesessen haben und da ich mich deshalb oft merkwürdig hin- und hersetzte bekam ich davon wiederum Rückenschmerzen. Von daher wollte ich ein Kissen haben, was mein Sitzproblem schon beheben konnte, bevor ich wieder mächtig Rückenprobleme bekam. Da ich mich mittlerweile relativ gut auskenne, dauerte meine Suche gar nicht so lange, wie ich erwartet hatte. Doch erschreckenderweise musste ich feststellen, dass es wie mir, noch vielen anderen Menschen geht. Tagtäglich fragt irgendjemand in einer Gruppe bei Facebook, welche Kissen denn zu empfehlen wären und hofft auf hilfreiche Antworten. Das Schlimme dabei ist jedoch, dass viele nur ihr Halbwissen weitergeben oder schlicht und einfach auf ihr eigenes Kissen schwören, ohne dabei Tipps zu geben, die dem Fragenden helfen könnten. Denn genau da liegt das Problem. Wenn ich auf der Suche nach einem für mich passenden Kissen bin, sollte ich zunächst einmal eine Sitzdruckmessung machen lassen. Die gibt’s in fast jedem größeren und gut ausgestatteten Sanitätshaus. Dort kann dann erst einmal geschaut werden, ob es „Problemzonen“ gibt, wie beispielsweise die Sitzbeinhöcker, oder ob diese mit dem letzten Restchen Sitzfleisch doch noch gut gepolstert sind. Und dann spielt es auch eine große Rolle, wie lange ich schon sitze, bzw. ob ich schon einmal einen Dekubitus hatte. Denn für gewöhnlich lese ich immer wieder, dass andere Rollifahrer in diversen Gruppen auf ihre mit Luft gefüllten Kissen schwören und diese anpreisen. Ja natürlich sind die super, das steht außer Frage, aber was mich daran stört ist diese Kurzsichtigkeit. Unterhaltet euch einmal mit einem guten Fachberater im Sanitätshaus, er wird euch das bestätigen.

Nur mal so ein Gedankenspiel: Ihr hattet einen Unfall und sitzt nun im Rolli. Ihr saßt drei Jahre auf einem guten Schaumstoffkissen, hattet bisher keine Druckstelle aber braucht nun, verschleißbedingt, ein neues. Weil ihr keine Ahnung habt, fragt ihr in irgendwelchen Gruppen andere Rollstuhlfahrer, weil die müssen es ja wissen. Die erzählen euch nun von den tollen luftgefüllten Kissen. Ihr sitzt die bei eurem Sanihaus mal Probe und findet die natürlich auch super. Da könnt ihr entweder selbst einstellen, wie viel Luft hinein soll und somit wie weich ihr sitzt, oder ihr nehmt ein paar luftgefüllte Dreiecke raus, um euch so eine gute Kontur zu schaffen. Klingt ja alles super und schön. Aber wenn ihr einmal auf Luft sitzt, dann ist es enorm schwer, wieder auf etwas anderem zu sitzen, bzw. muss man bei Dingen wie „nur mal kurz auf dem Autositz sitzen“ noch mehr aufpassen. Aber noch spannender, was macht ihr denn, wenn ihr eines Tages, aus welchem Grund auch immer, auf dem Luftkissen doch mal einen Deku bekommen solltet? Worauf wollt ihr euch dann setzen, wenn der Deku wieder verheilt ist? Noch weniger Druck, als bei Luft, werdet ihr nirgends bekommen. Worauf ich hinaus will? Nun, natürlich sind diese Kissen super, das steht außer Frage. Aber man sollte nicht gleich das Nonplusultra nehmen, denn das kann auch nach hinten losgehen und das habe ich schon erlebt. Weil dann bleibt wirklich nur noch, viel auf dem Bauch zu liegen und soweit sollte es doch nicht kommen, schließlich ist unser Po ja quasi wie unsere Füße. Ohne darauf zu sitzen, sind wir aufgeschmissen.

Doch sich nur alleine für ein neues Sitzkissen zu entscheiden, das dann auf den Rolli werfen und losfahren, so schnell geht es auch nicht. Denn ein wesentlicher Faktor bei der Positionierung und Sitzversorgung ist die richtige Sitzbespannung. Diese sollte immer anpassbar gewählt werden und vor allem beim Wechsel eines Sitzkissens entsprechend angepasst werden. Denn ein noch so gutes Kissen kann relativ wirkungslos werden, wenn die Sitz- und Rückenbespannung nicht dementsprechend angepasst sind.

Mit diesem Hintergedanken machte ich mich also auf die Suche nach einem neuen Kissen. Da war es natürlich mehr als praktisch, dass wir auf der vergangenen Rehab sowieso einen Tag auf dem Stand von Wolturnus verbracht haben. So hatten wir mehr als genug Zeit, dort mit den Mitarbeitern (besonders Helge Maday, dem Geschäftsführer der Wolturnus GmbH) zu fachsimpeln und nach Herzenslust alle verschiedenen Kissen testen zu dürfen. Übrigens keine Scheu, gerade eine Messe ist doch der beste Ort zum ausgiebigen Testen und Herumprobieren. Eine bessere Chance und einen größeren Überblick bekommt man sonst kaum. Und mir wurde zum ersten Mal nicht die Frage gestellt, wie es sich anfühlt, sondern wie es sich sitzt! Allein zu diesem Zeitpunkt war ich schon begeistert.

Auch testete ich die Kissen nicht alleine, sondern ließ mir vom Lukas nur die zeigen, die weich genug waren. Er kann schließlich praktischerweise den „Fühl-Test“ machen und so sofort beurteilen, wie es sich mit dem Po darauf anfühlt. Nach ein paar Mal hin- und her hatte ich ein Kissen gefunden, dass mir sehr zusagte: das Wing Cubic, auch aus dem Hause Wolturnus, genauso wie mein Stuhl. Dabei handelt es sich um ein Schaumstoffkissen mit PUR Schaumstoffwürfeln, die sich, durch ihre Würfelform, an die Belastung anpassen und dadurch den Druck optimal verteilen. Außerdem trägt das würfelförmige Design, ganz im Gegensatz zu meinem alten Gelkissen, zu einer besseren Luftzirkulation bei.

Im Kontrast zum Mitarbeiter meines ehemaligen heimischen Sanitätshauses, kennt sich Helge richtig gut mit dem Thema Sitzen und Positionieren aus und so war er es, der mir vorschlug, dieses Kissen einmal mit nach Hause zu nehmen, um es dort ausgiebig testen zu können. Sprich auf einer Gassi-Runde mit dem Hund und auch einfach ein paar Tage in der Uni, um zu sehen, wie zufrieden mein Po, mein Rücken und schlussendlich ich damit war! Nun, was soll ich sagen, ich war mehr als zufrieden. Es sitzt sich angenehmer als auf Gel und ein Luftkissen muss es noch nicht sein. Das Einzige womit ich noch unzufrieden war, war der Inkontinenzbezug, mit dem das Kissen standardmäßig geliefert wird. Aber auch das war kein Problem und im Handumdrehen schickte mir Wolturnus einen atmungsaktiven Bezug für mein Kissen, der nun auch noch optimal zu restlichen Rückenbespannung passt.

Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen und habe das fertige Kissen gleich einmal einem Härtetest unterzogen: Zunächst zwei Wochen für Klausuren lernen, wobei ich den gesamten Tag ziemlich regungslos am Schreibtisch gesessen habe und dann zwei Wochen Urlaub in Südfrankreich mit wunderbaren 43° C im Schatten. Fazit: Ja, bei der Hitze wird auch mir unterm Po warm, aber kein Vergleich zu vorher und ich hatte in der gesamten Zeit viel weniger Rückenschmerzen und „Phantom-Po-Schmerzen“. Das nenne ich mal einen Erfolg auf voller Linie!

7 Kommentare

  • Als ich die Überschrift des Artikel gelesen habe, hat es mich sofort an das Buch von Laura Gehlhaar erinnert und dadurch meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich musste wirklich schmunzeln und finde Ihn richtig toll geschrieben.

    Vielen Dank dafür.
    LG aus Leipzig
    Mario

  • Hi Ihr Beiden,

    bin über Euren Blog gestolpert, da Lukas auf Facebook einen Beitrag geshared hat 😛
    So als Nicht-Rollstuhlfahrer macht man sich keinen Kopf darüber, wie wichtig Sitzfleisch doch ist…
    Aber man lernt ja immer was dazu 😉

  • Huhu! Danke für den spannenden und herrlich geschriebenen Einblick!! Ich finde es schrecklich, dass so viel vermeintliches Fachpersonal so wenig Ahnung hat. Schlimmer noch, dass denen selbst das nicht bewusst ist. Und ganz schlimm, dass die Menschen mit einem Handicap so viel Zeit und Nerven investieren müssen, um sich selbst die passenden Infos und Lösungen zu suchen. Kenne ich in anderer Hinsicht ja selber. Ich finde es jedenfalls klasse, wie du alles selbst in die Hand nimmst, weiter so!!
    Ganz liebe Grüße, Nicole

  • …spricht jedem GUTEN Fachberater aus der Seele!
    Wenn die GKV Qualtätsnormen zur Beratung festlegen, die Einhaltung kontrollieren und die Beratung gesondert vergüten würde, würde sich schnell Spreu von Weizen trennen.

    Danke für den Bericht.

  • Hallo Anouk,
    danke für deinen Bericht. Da ich krankheitsbedingt im Rollstuhl sitze, und mich noch bewegen kann, ist es für mich nicht so wichtig.

    Ich wollte dir aber eine evtl Verbesserungsmöglichkeit für die Luftzirkulation bei 43 Grad nennen. Kennst du 3D Mesh Gewebe?
    Das ist so ein dreidimensionales Abstands gewebe, welches an Rückenbespannungen für schwere Rucksäcke verwendet wird. Das gibt es in unterschiedlichen Dicken und Härten,
    ZB https://www.extremtextil.de/3d-netzgewebe-8mm-elastisch-schwarz-570g-qm-kleinmenge.html
    Hier kann man auch Muster bestellen.
    Es ist allerdings leicht kratzig, keine Ahnung, ob das blöd wäre…
    Liebe Grüße
    Anja

  • Liebe Anouk, Ich habe Deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen – Du sprichst mir aus der Seele. Ich zum Beispiel habe gar nicht mehr die Möglichkeit, in ein Sanitätshaus gehen (mal ganz abgesehen davon habe ich in meinem alten Sanitätshaus die gleichen Erfahrungen gemacht wie Du. Du kommst in den Verkaufsraum und hast direkt das Gefühl – okay – hier bin ich falsch aufgehoben. Das Wort Aktivrollstuhl kennen die gar nicht. Mittleriweile habe ich denke ich ein ganz gutes gefunden). Aber was die Rollstuhl-Kissen-Versorgung angeht, da arbeitet meine Krankenkasse mit einer Firma zusammen, die so, wie sie behauptet, die meisten Kunden versorgt. Diese Mitarbeitet der Firma – nennen wir sie Aussendienstler – schneien bei Dir zu Hause vorbei und präsentieren Dir zwei/drei Kissen – und dann die Frage, die Du auch schon kennst. Mal so eben eine Entscheidung zu treffen, ist einfach nicht drinne. Und was eigentlich unglaublich ist, Zitat Aussendienstler: Ich habe das Kissen nicht in der passenden Größe ihres Rollstuhls – aber setzen Sie sich mal drauf und schauen sie, wie sie damit klar kommen. Was wurde gemacht? Er legete das Kissen auf mein Sofa und ich sollte micht dann 5 Minuten darauf setzen. Wir lassen mal den kleinen Aspekt bei Seite, dass das Kissen in Teife und Breite ca . 5 cm zu breit war. Bei einem Konturkissen macht das natürlich “gar keinen Unterschied” – nein, natürlich nicht. Nun denn, ich frage mich, wie so eine angeblich große Firma Beratungen durchführen kann. Die Kissenversorgung ruht zur Zeit, dabei bräuchte ich dringend ein neues. Mein Kissen, man darf es eigentlich gar nicht laut sagen…ist mehr als 7 JAhre alt. Mal sehen, ich muss so einges neue beantragen, ein Rolli steht auch noch an. Ich freu mich schon wie Bolle auf den Schlagabtasch mit meiner Kasse. Beste Grüße, Kolja

  • Danke für den schönen Beitrag. Ich habe gelernt, dass es sich bei den Kissen wohl eben so verhält wie bei der Auswahl des richtigen Blindenstocks. Diese gibt es auch in unterschiedlichen Stärken, Materialien, und mit ganz unterschiedlichen Spitzen. Vielleicht sollte ich mal testen wie gut Sanitätshäuser damit vertraut sind. 🙂