Hamburg-Résumé

Wie versprochen, schreiben wir euch heute noch eine kurze Zusammenfassung unseres wunderschönen Urlaubs in HH.

Dass wir von der Stadt an der Elbe vollkommen begeistert sind, konnte man ja sicherlich schon in den letzten Beiträgen rauslesen. Und dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Hamburg ist zwar die zweitgrößte Stadt Deutschlands, aber trotzdem bekommt man fast nie das Gefühl, in einer Großstadt zu sein. Mehr hat es einen Dorfcharakter. Zwar wird dort enorm viel gebaut (und wir waren vor einem halben Jahr schon einmal dort, was sich jedoch in der Zwischenzeit schon wieder verändert hat, ist immens), aber dadurch, dass zwischen den Hochhäusern sehr viel Platz gelassen wird und jedes davon individuell designed ist, fällt der globige Baustiel weniger auf und der Blick auf die Stadt verändert sich.
  2. Sagt man den Hamburgern ja gerne nach, dass sie etwas kühl und reserviert wären, dort im hohen Norden. Wir können das jedoch nicht bekräftigen, sondern ganz im Gegenteil. Alle waren wahnsinnig freundlich und hilfsbereit!
  3. Vielleicht sogar der wichtigste Punkt: die Stadt ist fast vollkommen barrierefrei! Ich habe noch nie so viele abgesengte Bordsteine gesehen und ich war schon in einigen großen Städten unterwegs. Die gesamte Hafencity ist so angelegt worden, dass sich auch Leute mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Fahrradfahrer uneingeschränkt fortbewegen können. Überall, wo eine Treppe ist, findet man auch eine extra gebaute Rampe oder einen kleinen Umweg, um ans Ziel zu kommen.

_7290010

Nicht zu vergessen ist natürlich auch unser Hotel. Vor einem halben Jahr, hatten wir dieses zufällig im Internet entdeckt und waren bei unserem ersten Aufenthalt mehr als zufrieden.

Zunächst ist die Lage unglaublich gut. 10 Min. Fußweg vom Bahnhof entfernt, sowie weitere 10 Min. mit dem Rad in die Hafencity und die Speicherstadt. Die Bushaltestllen sind direkt am Hotel und auch die Fahrradleihstation ist vorm Eingang. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, auch als bei meinem Rollstuhl mal wieder eine Schraube nachgezogen werden musste, war der Hausmeister sofort zur Stelle. Sowohl beim letzten, als auch dieses Mal, hat die Buchung des barrierefreien Zimmers ohne Probleme funktioniert. Das Zimmer ist schön groß, wodurch man sich mit dem Rolli gut darin bewegen kann. Das Bad hat eine offene Dusche, sodass man direkt reinfahren kann, um sich auf den Duschstuhl umzusetzen. Man kommt fast überall dran, denn sogar im Schrank ist eine Stange angebaut worden, dass man sich die Kleiderstange zu sich runter ziehen kann. Aber natürlich fällt auf, dass bei der Planung dieses Zimmers wieder kein Rollstuhlfahrer am Werk war. Ja, in Hotels liegt fast immer Teppichboden. Aber Teppich und Rollstuhl? Wer nicht weiß wovon ich rede, der kann das ja gerne mal irgendwo ausprobieren. Ist nicht so toll, es fährt sich nämlich fast gar nicht. Also eine bitte an alle Rollifahrer, die noch keinen konkreten Berufswunsch haben: werdet Architekten! Helft bei der Stadtplanung (außer in HH) oder bei dem Bau von Gebäuden, das ist eine echte Marktlücke und alle Rollstuhlfahrer werden es euch danken!

Aber, um zurück zum Thema zu kommen, ist auch ein wenig meckern auf hohem Niveau. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Hotel ist dieses nicht nur “barrierearm” (wieder so ein Witz-Neologismus, den man spätestens dann bemerkt, wenn man im Hotel ins Bad will und nicht durch die Tür kommt, weil sie zu eng ist!), sondern wirklich barrierefrei!

_7280006
_7280004

Hiermit noch einmal ein Riesenlob an die Stadt Hamburg und definitiv eine Reiseempfehlung für alle, ob mit oder ohne Rollstuhl. Wir waren auch bestimmt nicht das letzte Mal dort.

160731_Th10_Hamburg_129

5 Kommentare

  • Ich habe mir vor Eurer Seite noch mal 1/2 Std. das Miniatur land “reingetan” und überdenke gerade mit meiner Frau unser Bild von Hamburg: 1x ganz großer Mist vor ca. 20 Jahre her. Die letzten 2 Jahre waren wir als Aussteller unseres Ferienhauses in Florida auf der IRMA vertreten. Soviele richtig Behindertengerechte Hotelzimmer gibt es garnicht in Hamburg. Ich hatte in zwei verschiedenen Hotels das Vergnügen aus vielzutiefen Betten in den Rollstuhl zu kommen. Ohne Rutschbrett und meiner Frau hätte das nicht funktioniert. Gibt es mittlerweile behindertengerechte Stadtrundfahrtbusse? Erfreulich war auf St. Georgs (als Warnung: Kopfsteinpflaster) ein Griechisches Restaurant mit Behindertentoilette. Unerfreulich ein von Mitausstellern empfohlenes Restaurant, bei dem der Besitzer(!) persönlich bei dem Reservierungswunsch uns abriet zu kommen ” weil ja schwierige Stufen vor seiner Tür wären”. Kein Wort von “wir kriegen das schon hin”.
    Bis jetzt wurde unser immer geholfen, egal wieviele Stufen. Wahrscheinlich waren wir nur an den falschen Orten. Deutschlands “alter Norden” merkt erst allmählich das mit “Rollis” Geld zu verdienen ist. Wobei im Osten alles gleich beim Neubau mit umgesetzt wird. Aus mir spricht 30 jährige Erfahrung als Tetraplegiker und, neutralerweise als waschechter “Kohlenpottyankee” Euer Blog macht Spass! Weiterhin alles Gute:)

    • Hallo Martin,
      vielen Dank für Deine Nachricht! Wir waren zum zweiten Mal im Ramada Hotel Hamburg City Center. Das war von der Lage immer schön Zentral und die Zimmer waren wirklich schön.
      Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du dich gerne bei uns melden.

      Viele Grüße
      Lukas